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Georg Philipp Telemann in Żary

  • 10-09-2012

Auf den Spuren von Telemann

Im Jahre 2010 wurde eine spezielle Webseite erstellt, die dem Aufenthalt G.Ph.Telemanns in der Stadt Żary gewidmet ist. Die Webseite hat zwei Adressen, www.telemann.com.pl und www.telemann-sorau.de .
Die Homepage wurde in drei Sprachversionen erstellt ; Polnisch , Englisch und Deutsch. Auf der Seite werden verschiedene historische Informationen, Ereignisse und Berichte von den umgesetzten Veranstaltungen gesammelt. Die Seite beinhaltet zusätzlich Fotos von den Stätten, wo sich Telemann aufgehalten hat. Das Ganze bildet einen sog. virtuellen Spaziergang auf seinen Spuren.
In 2010 wurde eine Bronzebank mit der G.Ph.Telemann-Plastik ausgeführt, die an einem Ehrenplatz auf dem Markt von Żary aufgestellt wurde. Sie wurde mittlerweile zum Wahrzeichen der Stadt und zu einem der wichtigsten touristischen Ziele.
In Żary gibt es auch die Telemann Straße. Sie ist in dem Stadtviertel gelegen, wo die Straßen nach den berühmten polnischen Komponisten benannt wurden, gleich neben der städtischen Schwimmhalle.
Vor der Staatlichen G.Ph.Telemann-Musikschule in der Straße Aleja Wojska Polskiego wurde zur Erinnerung an seinen Aufenthalt in Żary eine Gedenktafel mit den Noten aus dem während seines Polenaufenthalts komponierten Musikwerk Partie Polonaise aufgestellt .
Die Stadt hat einige CDs und Veröffentlichungen über den Aufenthalt Telemanns in Żary herausgegeben. Seine Musik wird auch oft in Filmen und Informationsmaterialien über die Stadt genutzt.
 
  • 10-09-2012

Festivals

Jedes Jahr - seit 1996 - finden Anfang Mai in Żary die Internationalen Schlesischen Musikfestspiele "Verständigung" statt, in deren Rahmen Kammer - und Chorkonzerte sowie Recitals veranstaltet werden. An den Festspielen nehmen hervorragende polnische und deutsche Künstler teil, wie Kurt Mazur, Jerzy Maksymiuk, Wiesław Ochman oder Konstanty Andrzej Kulka.
Am 09.Dezember 2000 fand in Żary anlässlich der Verleihung des Namens G.Ph.Telemann an die Musikschule das Konzert des Kammerorchesters des Polnischen Rundfunks unter der Leitung von Agnieszka Duczmal statt. Aus diesem Anlass wurde auch eine CD mit Musikstücken von G.Ph.Telemann aus dem Archiv des Polnischen Rundfunks mitsamt der Beschreibung seines Aufenthalts in Żary herausgegeben.
Die Musikschule in Żary ist die einzige Schule in Polen und die zweite in Europa ( nach dem Konservatorium in Magdeburg), die den Namen des hervorragenden Komponisten trägt.
Seit 2000 veranstaltet die Staatliche Musikschule jedes Jahr das Telemann-Festival mit Unterstützung der Stadtverwaltung und des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe.
Bisher gab es bereits 10 Veranstaltungen. Die Festivals, eine dreitägige Veranstaltung, fanden bisher Anfang Dezember statt, ab 2013 werden sie im Oktober stattfinden.
Auf den Festivals gastierten viele hervorragende Künstler aus Polen und dem Ausland , aber der erste Tag ist immer der Zusammenarbeit der Musikschulen in Polen und Deutschland gewidmet. Außer Konzerten wurden auch kleine Opern und Tanzdarbietungen aus der Epoche vorgestellt.
Mehr über die Festivals und den Aufenthalt Telemanns in Żary finden Sie auf www.telemann.com.pl in der Registerkarte über Festivals.
Seit 2010 ist das gemeinsame Konzertieren der Jugendlichen aus Polen und Deutschland im Schlosspark in Żary zur Tradition geworden. Es werden zusätzlich auch professionelle Interpreten aus vielen Ländern eingeladen , die in ihrem Repertoire auch Musikstücke von G.Ph. Telemann haben.
Diese Konzerte werden unter den Namen „Sommer mit Telemann“ organisiert und finden traditionell an allen Julisonntagen statt. Der Konzertort ist historisch mit seinem Aufenthalt in Żary verbunden.
Im Jahre 2000 fand die Verleihung des Namens Georg Philipp Telemanns an die Staatliche Musikschule des I.Grades in Żary statt. Die Schule arbeitet seit vielen Jahren mit den Musikschulen aus Weißwasser und Semily zusammen. Dank der Bindungen des berühmten Komponisten an die Stadt hat man mit dem Konservatorium G. Ph. Telemann in Magdeburg, seiner Heimatstadt, Kontakt aufgenommen.
  • 12-05-2005

Jedes Jahr - seit 1996 - finden Anfang Mai in Żary die Internationalen Schlesischen Musikfestspiele "Verständigung" statt, in deren Rahmen Kammer - und Chorkonzerte sowie Recitals veranstaltet werden. An der Festspielen nehmen hervorragende polnische und deutsche Künstler teil, wie Kurt Mazur, Jerzy Maksymiuk, Wiesław Ochman, Konstanty Andrzej Kulka.
Im Rahmen der Internationalen Georg Philipp Telemann - Orgel - Festspiele werden Jahr für Jahr gegen Ende Mai Konzerte in solchen Städten wie Zielona Góra, Ośno Lubuskie, Lubsko, Żary, Cottbus, Peitz, Kahren, Drachhausen organisiert.
  • 12-05-2005
  • Autor: Jerzy Piotr Majchrzak

Georg Philipp Telemann in Żary

Im August 1704 bezog der 23-jährige Magister der Rechtswissenschaften Georg Philipp Telamann ein Quartier im "Hotel de Polgone", der als Direktor des Collegium Musicum und Organist an der Leipziger Matthäus-Kirche bekannter war als "Adeptus iurisprudentiae". Telemann kam nach Żary direkt aus Leipzig auf Einladung des Grafen Promnitz, eines Höflings des polnischen Königs August II. Als Komponist und Dirigent hat er schon einen beträchtlichen Ruhm erreicht; Er erfreute sich auch der Freundschaft und Unterstützung des großen Buxtehude aus Lübeck. Auf seinerReise begleitete ihn Andreas Gottlob von Maks, der Besitzer von Nieder Jeser (Jeziory Dolne) bie Pförten (Brody Żarskie) - Kammerherr und Burggraf von Żary. Der Promnit war nicht in Żary. Er weilte mit dem König in Polen.
Der Sorauer Hof von Erdmann Promnitz galt asl einer der glänzendsten sächsisch-polnischen Magnatenhöfe. Hier herrschte Prunk und Hofzereminiall. Als Vorbid dienten hier die königlichen Monarchien, derren Ideal die Monarchie Ludwigs XIV. war. Mit dem Ausbau und Verschönerung der Residenz waren hervorrangende Architekten Spanninger und Simonetti beauftragt. Im Schloß war eine aus hervorragenden Bildern bestehende Gemäldegalerie beherbergt. Fast ununterbrochen waren hier italienische und französische Opern - und Baletttrupen zu Gast. Der Promnitz unterhielt auch eine Hofkapelle, die aus polnischen, böhmischen und deutschen Musikern bestand. Bis zur Telemanns Ankunft leitete die Sorauer Kapelle Wolfgang Kasper Printz.
Der zu Unrecht heute schon vergessene Printz, der 1641 in bayerischen Städchen Waldthurn zu Welt kam, war einer der hervorrangendsten Musiktheoretiker und -historiker des frühen Barock. Nach einer ziemlich stürmischen Jungendzeit machte er sich 1665 in Żary seßhaft, wo Balthasar Promnitz ihm die Leitung der Hofkapelle und den Organistenposten an der Marienkirche anvertraute.
Kurz danach erlang die Sorauer Hofkapelle der Promnitze den Ruf eines hervorragenden Ensembles. Gespielt wurden u.a. die Werke von Buxtehude, Couperin, Scarlatti und Prinz. Vom umfangreichen Komponistenertars geblieben. Bekannt sind aber seine theoretischen Arbeiten, darunter zwei hervorragende Werke: "Musica modulatoris vocalis" (1678) und "Exervitationes musicae theoretico-practici de consonantis singulis" (1687). Die Werke von Printz entstanden in Żary und wurden auch hier gedruckt. Er war zweifellos einer der ersten Theoretiker der Gesangdidaktik in der europäischen Musikkultur. Außerdem ist er auch Autor der "Musica historica:, die 1690 in Dresden herausgegeben wurde. Als Telemann die Sorauer Hofkapelle übernahm, konnte der 63-jährige Prinz seine Freude nicht verbergen, daß sein Lebenswerk in die richtigen Hände kam. Wolfgang Kasper Prinz starb in Żary im Alter von 70 Jahren. Bis zum Ende seiner Tage hat ihn mit Telemann herzliche Freundschaft verbunden.
Der polnische König und sächsische Kurfürst August II machte Ende September 1705 auf der Durchreise von Warschau nach Dresden in Żary Station. Die den König begleitenden Hofbeamten - sowohl als auch Sachsen - wurden in den Schloßgemächern, Häusern bedeutender Bürger und im Gasthof "Hotel de Pologne" unterbracht.
Promnitz trat wie immer mit großer Herrlichkeit auf und blendete den König und sein Gefolge mit dem Reichtum. Di Zeit vertrieb man mit Vernügungen, Theaterauffürungen, Jagden, guter Küche und Musik. In der Sorauer Residenz wimmelte es von lärmenden Menschen. Die singende Redeweise der Polen vermschte sich mit der rauhen Stimme der Deutschen und raschelnd - glucksenden Französisch. Die Oberröcke der polnischen Adligen verliehen den Straßen der Stadt ein exotisches Kolorit und die reich verzierten krummen Säbel der stolzen Polen, die nicht nur zur Schau getragen wurden, flößten den frankophilen Sachsen Respekt ein. In dieser Stimmung kam es zu dem "königlichen: Debüt des Kapellmeisters Georg Philipp Telemann. Dank de Gewinnung einiger erfahrener Musiker und Sänger aus Leipzig und Prag erreichte die Sorauer Kapelle unter seiner Leitung ein sehr hohes künstlerisches Niveau.
Telemann, der 1681 in Magdeburg geboren war, hat nie ein Musikstudium absolviert. Er stammte aus einer bürglicher Familie; Der Vater - Priester und kein schlechter Organist war der erste Lehrer seines Sohnes. Er lehrte ihn Geige, Flöte, und Orgel spielen und brachte ihm die Prinzipien der Komposition bei. Im Jahre 1700 ließ sich der 19-jährige Telemann an der juristischen Fakultät der Leipziger Universität immatrikulieren. Zuglich übte er die Funktion eines Organisten und Leiters eines studentlichen Gesangvereines an der Matthäuskirche aus. Er komponiert zahnreiche Kirchenlieder, Motetten, Uvertüren und kleinere Musikstücke für Flöte, Geige und Cembalo. Seine Kompositionen finden Anerkennung bei dem hochbetagen Buxtehude aus Lübeck. Auf den wachsenden Ruhm des jungen Telemann wurde Erdmann Promnitz aufmerksam, der ihm den Posten des Kapellmeisters an seiner gräflichen Hof in Żary angeboten hatte. Das Angebot wurde angenommen, und so kamm Telamann im Hochsommer 1704 nach Żary.
Das "Musiklexikon" von Johan Stössel aus dem Jahre 1749 gibt im Verzeichnis der Musikwerke von Telemann aus dem Jahren 1704-1708, der sogenannten polnischen Periode: Żary - Warszawa - Kraków - Pszczyna - u.a. auch "die aus sechs Partien alla polacca für Geige, Flöte und Cembalo bestehende Kammermusik" und die polnische Suite "Partie Polonaise" an.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Werke von der Telemannschen Kapelle am Sorauer Hof aufgeführt wurden. Dasselbe "Musiklexikon" berichtet weiter - und man möchte bemerken, daß es noch zu Lebzeiten des Komponisten herausgegeben wurde - daß Telemann in seinen Werken zum polnischen, später auch zum französischen und italienischen Musikstil neigte, und daß "die musikalische Berührung mit Polen zum erstenmal auf dem Schloß des Grafen Promnitz in Żary zustande kam". Es ist nichts anderes als Bestätigung der Anwesenheit polnischen Musiker am gräflichen Hofe zu Żary.
Zu den Pflichten Telemanns als Kapellmeister gehörte des Komponieren, Notenschreiben, die Leitung der Hofkapelle, die bei den Messen in Schloßkapelle und bei Hoffesttlichkeiten spielte, und das Orgelspiel. Telemanns Einkommen mußte wohl zufriedenstellend gewesen sein, denn wir finden in den Urkunden keine Informationen über die finanziellen Schwierigkeiten des Komponisten aus seiner Sorauer Zeit.
Aus Telemanns Biographie von Eduard Valentin wissen wir, daß der Aufenhalt des Komponisten in Żary ununterbrochen vom August 1704 bis Mitte 1706 dauerte. Dann machte er zahlreiche Reisen durch Polen nach Warschau, Krakau und Pless (Pszczyna). Anfang 1708 kehrte er nach Żary zuruck. Das immer gerigere Interesse an Musik am Hofe der Familie Promnitz bewirkte die Dimmission Telemanns; Es wurde auch die Zahl der Musiker der Sorauer Kapelle begrenzt.
Im Herbst 1708 verläßt Telemann Żary und begibt sich nach Eisenach, wo er den Posten des Konzertmeisters und Dirigenten am Hoffe des Johann Ernst von Weimar übernimmt.
Georg Philipp Telemann, neben Johann Sebastian Bach der hervorrangendste deutsche Komponist des 18 Jahrhunderts, vertrat in der Musik den sogennanten galanten Musikstil, der sich durch die Begrenzung von Verzierungselementen und die Dominanz der Homophonie auszeichnete. In seinen Opern, von denen etwa 50 schuf, gibt es Vorläufermerkmale, die auf der Einführung von Personen - und Handlungscharakteristiken durch musikalische Motive und entsprechende Instrumentation beruhen.
In der Geschichte der europäischen Musik bahnte Georg Philipp Telemann mit seinem Schaffen den Weg zu Klasizimus.

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